Linux-Tipp 3
Verwaltung von selbst kompilierten Software-Paketen
Vorkompilierte Software-Pakete sind eine feine Sache. Die
fertigen Binär-Pakete, die inzwischen meist als
RPM-
(Mandrake,
SuSE,
Red Hat
etc.) oder als
DEB-Archive
(Debian)
vorliegen, sind schnell eingespielt und bei Bedarf ebenso
schnell wieder gelöscht.
Anderseits gibt es jedoch auch gute Gründe, Programme auf
Basis des meist frei verfügbaren Quellcodes selbst zu
übersetzen. Dies kann sich nicht nur positiv auf die
Stabilität auswirken, sondern lohnt sich auch mit Blick
auf die Aktualität. Schließlich hat es mancher
Distributionshersteller nicht sonderlich eilig, Aktualisierungen
für bereits erschienene Distributionen herauszubringen.
Ein Problem beim Einsatz von selbst kompilierter Software ist
jedoch deren Verwaltung. Tools à la RPM fehlen
völlig, und eine eventuelle Deinstallation klappt
häufig nicht ganz so reibungslos, wie sie sollte. Einen
Ausweg aus diesem Dilemma bietet das Utility Checkinstall
von Felipe Eduardo Sánchez Díaz Durán und
Pancrazio Ezio de Mauro.
Checkinstall erzeugt auf Basis des vorliegenden Quellcodes
wahlweise RPM-, Debian- oder Slackware-Archive, die
praktischerweise auch direkt von Checkinstall installiert
werden. Natürlich werden in diesen Paketen keinerlei
Abhängigkeiten verzeichnet, so dass sich diese kaum für die
Weitergabe an andere Anwender oder Systeme eignen, doch tut
dies dem Nutzen für den lokalen Einsatz keinen Abbruch.
Nach der problemlosen Installation ist Checkinstall –
root-Rechte
vorausgesetzt – sofort einsatzfähig. Dazu entpacken
Sie das Quellcode-Archiv der neu zu installierenden
Software wie gewohnt, wechseln in das entsprechende
Quellcode-Verzeichnis und führen den obglitatorischen
configure-Befehls nebst den gewünschten Parametern
aus. Dannach kommt Checkinstall zum Einsatz. Üblicherweise
reicht es aus, Checkinstall ohne Parameter aufzurufen:
Beispiel:
/usr/local/sbin/checkinstall
Checkinstall wird daraufhin versuchen, den betreffenden
Quellcode zu übersetzen (make). Verläuft dieser
Prozess erfolgreich, wechselt Checkinstall in den
interaktiven Modus, bei dem es Ihnen einige Fragen zu dem zu
generierenden Archiv stellen wird. Die Voreinstellungen, die
Checkinstall dabei anbietet, können in der Regel
bedenkenlos übernommen werden. Sind alle notwendigen
Angaben gemacht, generiert Checkinstall das RPM- oder
Slackware-Archiv und installiert dieses. Die so
installierte Software kann wie gewohnt mit den entsprechenden
Utilities wie RPM verwaltet werden.
Bei einigen Programmen kann es vorkommen, dass Checkinstall
bei der Übersetzung des Quellcodes mit einer Fehlermeldung
abbricht. In diesem Fall sollten Sie zunächst versuchen,
in dem betreffenden Verzeichnis, das den Quellcode beinhaltet,
den Befehl
make all
einzugeben. Wird dieser Befehl anstandslos ausgeführt,
wird anschließend auch der erneute Aufruf von
Checkinstall zum Erfolg führen.
Weiterführende Literatur:
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