Tipps und Tricks aus allen Bereichen 2
Plattformübergreifender Text-Editor
Die Liste der Text-Editoren für die verschiedenen
Betriebssysteme ist lang. Angefangen vom Flaggschiff
Emacs/XEmacs (plattformübergreifend) über Klassiker wie vi
(plattformübergreifend) bis hin zu Notepad (Windows), ist
die Auswahl schlicht riesig. Doch trotz dieser Fülle
an nativen Editoren zu jedem Betriebssystems gibt
es manchmal gute Gründe, auf eine ganz andere
Lösung zu setzen, beispielsweise auf einen in
Java
entwickelten Editor, der – Java sei Dank – unter
fast jedem Betriebssystem ausgeführt werden kann.
Zuverlässig
Sie halten nicht viel von Java-Anwendungen? Zu
viele schlechte Erfahrungen gemacht? Funktionell meist wenig
überzeugend? Dies mag häufig stimmen, auf den von
Slava Pestov und anderen Programmierern entwickelten
Editor JEdit treffen derartige Aussagen jedoch nicht
zu. Der freie Editor weiß im Puncto Qualität ebenso
zu überzeugen wie bei der Funktionalität. So sind
JEdit beispielsweise die plattformabhängigen Probleme, mit
denen viele andere Java-Anwendungen zu kämpfen
haben, fremd. JEdit läuft unter Linux ebenso
zuverlässig wie unter OS/2 oder Windows. Auch
bei der Wahl der Java-Umgebung (JDK/JRE) gibt sich der
unter der GPL-Lizenz
stehende Editor wenig wählerisch.
Ob Blackdown
JDK 1.3.1,
Sun
JRE
1.4.0beta3 oder IBM
JDK 1.1.8 – JEdit verrichtet in jeder Umgebung klaglos seinen
Dienst. Nur in einem Punkt kann der Text-Editor seine
(Java-)Herkunft nicht verleugnen: Bei der Geschwindigkeit. Ein
Athlon Thunderbird
mit 500 MHz und 128
MB
RAM sind für ein
angenehmes Arbeitsgefühl die Untergrenze. Auf langsameren
Systemen gestaltet sich die Arbeit mit JEdit nämlich
recht zäh – traurig, aber wahr.
Mehr Funktionalität durch
Plugins
Von diesem Nachteil abgesehen, ist der freie Editor jedoch
ein rundum gelungener Helfer. Einen ersten (ziemlich
gekürzten) Überblick über die beachtliche
Funktionalität liefert die Homepage von JEdit. Nicht minder interessant
sind jedoch die ebenfalls frei verfügbaren Plugins, die
über den eingebauten Plugin-Manager von JEdit
installiert und verwaltet werden können. Mit Hilfe eines
dieser Plugins (FTP )
ist es beispielsweise möglich, Textdateien direkt auf
einem FTP-Server zu öffnen und zu bearbeiten. Ein
anderes Plugin (White Space ) visualisiert White Spaces
(Leerzeichen, Tabulatoren etc.).
Wieder ein anderes (Console ) stellt eine eingebaute
Shell
zur Verfügung und so weiter. Insgesamt stehen inzwischen
mehr als 40 solcher Plugins zur Verfügung, und es
werden kontinuierlich mehr.
Angesichts dieser Vielzahl an Funktionen und Plugins ist es
natürlich gerade am Anfang nicht ganz einfach, die
richtigen Erweiterungen auszuwählen und das Gesamtsystem
vernünftig zu konfigurieren. Aus diesem Grund finden
Sie auf unserer Homepage ein vorbereitetes
Konfigurationsverzeichnis für JEdit 3.2.2 in Form eines
ZIP-
bzw.
bz2-Archivs.
Die Installation dieses Archivs ist denkbar einfach:
Nach dem ersten Start von JEdit beenden Sie den Editor und
ersetzen das beim Start generierte Verzeichnis .jedit
im Heimatverzeichnis des betreffenden Benutzers durch
das im Archiv befindliche. Beim nächsten Aufruf von
JEdit wird dieser Ihnen dann eine Konfiguration mit zahlreichen
aktivierten Plugins präsentieren, die Ihnen den Einstieg
in JEdit sicherlich vereinfachen wird.
Weiterführende Literatur:
|